Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!

Morgen ist es endlich soweit: Werder Bremen gastiert in der Allianz-Arena beim FC Bayern München. Natürlich, die Bayern sind wieder mal Top-Favorit! Trotzdem machen die vorherigen Ergebnisse im DFB-Pokal Mut. Wer hätte auch nur annähernd damit gerechnet, dass die Grün-Weißen im Achtelfinale Borussia Mönchengladbach mit 4:3 und danach auch noch Bayer Leverkusen mit 3:1 bezwingen? Zudem beide Male auswärts! Der Pokal hat eben seine eigenen Gesetze… Ist und war auch schon immer so!

„Auch wenn wir heute verlieren, einer von euch kommt ins Krankenhaus!“

Ein wenig erinnert mich das unbekümmerte Auftreten der Werderaner im Pokal an jene Mannschaft, die es Anfang der 90er in so vortrefflicher Manier verstand, ihre Fans, ja ganz Fußball-Deutschland zu verzücken. Mit Ausnahme der Bayern natürlich. Wer damals Werder-Fan war, der durfte sich glücklich schätzen – eine Sensation pro Jahr gab´s quasi im Abo: 1991 der DFB-Pokal, 1992 der Europapokal der Pokalsieger, 1993 die Meisterschaft, zudem der legendäre 5:3-Sieg gegen den RSC Anderlecht. Und – last but not least – der Gewinn des DFB-Pokals gegen RW Essen 1994. Werder sorgte in regelmäßigen Abständen für Furore. Zu den Stützen dieser Elf zählten Spieler wie Wynton „Kiwi“ Rufer, Andreas Herzog, Rune Bratseth, Marco Bode oder Oliver Reck.

Und ein Mann, dessen Verbalattacken gegenüber seinen Gegenspielern der Kolumnist Ben Redeling vor einigen Wochen so wunderbar zusammengefasst hat. Ob „Auch wenn wir heute verlieren, einer von euch kommt noch ins Krankenhaus“ oder „Ich habe jetzt ne Titanplatte im Fuß, damit es am Schienbein des Gegners besser klingelt!“. Die „Axt“ Uli Borowka und der „dirty talk“ – einfach legendär.

Der grün-weiße TrikotschatzVor wenigen Wochen hatte ich nun die Gelegenheit, diesen Eckpfeiler der Werder-Elf für vergissmeintrikot.net interviewen zu können. Zum Termin brachte ich meinen Trikotschatz in Grün und Weiß aus der Saison 1993 / 1994 mit. Mein ältestes von insgesamt überschaubaren drei Vereinstrikots, das ich im zarten Teenageralter geschenkt bekam. „Uli“, fragte ich zum Ende des Interviews und deutete auf Jersey und Edding, „kleiner Gefallen?“ Er grinste. Und unterschrieb.

„Wir waren eine Pokalmannschaft!“

Als wir zwischenzeitlich über sein heutiges Verhältnis zu Willi Lemke sprachen, war ich mir ob der harmonischen Gesprächsatmosphäre nicht mehr ganz so sicher. Nun, beim Anblick des Trikots wurden Erinnerungen geweckt, Erinnerungen an die bis heute erfolgreichste Ära. „Wir waren einfach eine Pokalmannschaft“, betonte Uli Borowka. Ja, das waren sie! Und wenn man vor allem das Abschneiden in Gladbach und in Leverkusen betrachtet, dann kann oder muss man doch feststellen: Sie sind es wieder!

Der Trikotmode der 90er und dem damaligen Weitblick meiner Mutter („da wächst der Junge rein“) sei Dank, dass ich das morgige Spiel seit gefühlten 130 Jahren mal wieder im meinem grün-weißen Trikotschatz mitverfolgen werde. Ein Mix aus Nostalgie, bedingungslosem Glauben an die zahlreichen Fußball-Wunder von der Weser Anfang der 90er und an die eine Floskel:

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!

 

 

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