20 Jahre Eurofighter und der königsblaue Trikotflashback

Mehr als 2000 Fans folgen dem königsblauen Trikotmuseum bereits bei Facebook. Und auch dem FC Schalke 04 ist die Akribie und Leidenschaft, mit der Trikotsammler Julian Zenglein seinem Hobby nachgeht, nicht entgangen. Grund genug, um den BWL-Studenten anlässlich der Sonderausstellung "20 Jahre Eurofighter", deren offizielle Eröffnung Ende dieses Jahres geplant ist, einzuladen und zwei seiner gesammelten Trikotschätze selbst auszustellen. Welche es sind, verrät der Trikotsammler in seinem zweiten Gastblog-Beitrag bei vergissmeintrikot.net selbst.

Nach dem miserablen Saisonstart des FC Schalke 04 in der Bundesliga flüchtet man sich als Fan der Königsblauen gerne einmal wieder in vergangene, erfolgreichere Zeiten. Daher kommt die geplante Sonderausstellung „20 Jahre Eurofighter“, anlässlich des UEFA Pokalsieges von 1997, im Vereinsmuseum gerade recht. Vor einigen Wochen kam Sebastian Pantförder, Leiter der Abteilung Tradition beim FC Schalke 04, auf mich zu und fragte, ob Interesse daran besteht, ein paar Exponate für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Selbstverständlich stimmte ich dem sofort zu und machte mich an die Auswahl der Erinnerungsstücke, welche aus dem königsblauen Trikotmuseum in Frage kommen würden. So wurden im Rahmen des Heimspiels gegen den 1. FC Köln unter anderem das Matchworn-Trikot von Olaf Thon aus dem Viertelfinal-Hinspiel gegen Valencia, als auch ein Original-Sieger-Shirt von den Feierlichkeiten im Giuseppe-Meazza-Stadion nach dem Cup-Gewinn für die Sonderausstellung übergeben. Die Anwesenheit von Ingo Anderbrügge, einem der 97er Helden, bei der Übergabe im Museum war genau so ein Highlight wie das Begutachten diverser historischer Memorabilien aus der Vereinsgeschichte, wie etwa dem Tschammer-Pokal (Vorgänger des DFB-Pokals). „Ende Oktober, spätestens Anfang November soll die Sonderausstellung zum UEFA Pokalsieg eröffnet werden“, fiebert Pantförder dem Start entgegen.

Neben dem unvergesslichen UEFA Cup-Sieg hat der Club in seinen nun mehr als 112 Jahren Vereinsgeschichte aber natürlich noch viele weitere, tolle Momente und Geschichten zu bieten. Eine Collage an Trikots mit den verschiedenen Sponsoren der Knappen zeigt im S04-Museum bereits die große Vielfalt, die im Verein herrscht. Im königsblauen Trikotflashback gehen wir nun einmal auf die verschiedenen Trikots ein und verbinden diese mit den Glanzmomenten, welche Schalke in den jeweiligen Zeiten erleben durfte:

In der ersten Collage sehen wir die Schriftzüge, welche in den Jahren 1979 bis 1986 auf den Trikots angebracht wurden. In der Rückrunde 1978/79 zierte erstmals ein anderer Schriftzug als der des FC Schalke 04 die Trikot-Brust des Vereins. Für den karitativen Zweck trugen die Knappen um Klaus Fischer den Aufdruck „Deutsche Krebshilfe“ auf der Vorderseite. Jener Klaus Fischer war es auch, der in dieser Spielzeit als einer der wenigen Schalker seine Form halten konnte und mit 21 Saisontreffern einmal mehr bester Torschütze des S04 war. Unter Sammlern sind die Originale aus der „Krebshilfe“-Zeit mittlerweile begehrte Schmuckstücke.

Nachdem sich der Club um Präsident Günter „Oskar“ Siebert nach dem Jägermeister-Coup von Eintracht Braunschweig 1973 sechs Jahre lang erfolgreich gegen den „Verkauf“ der Trikot-Brust wehrte, war es zum Bundesliga-Start der Saison 1979/80 der Textil-Hersteller Trigema, welcher als erste Firma dafür bezahlte, um auf der Vorderseite der S04-Jerseys zu prangen. Der erfolgreichste Moment in der Trigema-Ära war sicherlich der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga 1982, nachdem man eine Spielzeit zuvor aus der ersten deutschen Spielklasse abgestiegen war. Nach einer Auszeit warb der S04 in der Saison 86/87 noch einmal für Trigema.

Von 1983 bis 1986 spielten die Königsblauen mit dem Aufdruck „Paddock’s Jeans“ auf den Shirts und warben somit für die in Mode gekommenen Hosen. Das absolute Highlight in dieser Zeit sollte der 02.05.1984 werden, als man im Halbfinale des DFB-Pokals zu Hause gegen den FC Bayern ein unfassbares 6:6 nach Verlängerung erspielen sollte – es war die Geburtsstunde des neuen Schalker Helden Olaf Thon, welcher alleine drei Treffer an jenem Abend markierte.

Die zweite Collage zeigt die Sponsoren, welche in den Jahren 1987 bis 1994 auf der königsblauen Brust zu sehen waren. Lediglich in der Spielzeit 87/88 warb man für die HiFi-Geräte von Dual. Die einzigen Höhepunkte in besagter Saison waren ein 5-0 Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern und der 3-0 Derbysieg gegen Schwarz-Gelb im Parkstadion am 26.03.1988.

Nach dem Dual-Intermezzo sponserte RH Alurad den FC Schalke 04 von 1988 bis 1991. Die drei-jährige Partnerschaft gipfelte in der Saison 1990/1991, in welcher der Verein erneut (und bis heute zuletzt) in die erste Bundesliga aufgestiegen ist. Jürgen Luginger hatte in jener Spielzeit die meisten Einsätze und am häufigsten ins Netz trafen Alexander Borodjuk (13 Tore), Ingo Anderbrügge sowie Peter Sendscheid (beide jeweils 10 Treffer).

Der erste Trikot-Sponsor nach dem Wiederaufstieg war die Firma Müller, welche für ihr Antiprodukt R’activ, ein Frucht-Molke-Getränk, werben ließ. Direkt am 24.08.1991 konnte der S04 ein erstes Ausrufezeichen setzen und gewann das Revierderby gegen den BVB vor 70.200 Zuschauern im Parkstadion zu Gelsenkirchen mit 5:2. Ingo Anderbrügge eröffnete damals bereits in der 2. Minute den Torreigen. In der Saison 93/94 löste dann der normale Müller-Schriftzug (am meisten bekannt durch die Müllermilch) den des Nebenproduktes ab. Es sollte das letzte Jahr der Partnerschaft mit dem Lebensmittelunternehmen sein.

Im Jahr 1994 folgte der Sponsoring-Vertrag mit Kärcher, dem Hersteller von Reinigungsgeräten. Ein Werbepartner, der durch den bisher größten Vereinserfolg mit in die Geschichte des FC Schalke 04 eingehen sollte. So gewann man in eleganten weißen Jerseys mit dem Aufdruck der Firma Kärcher in königsblauer Farbe am 21.05.1997 im Rückspiel gegen Inter Mailand den UEFA Pokal. Die Spielzeit 96/97 sollte auch die letzte sein, in der das Unternehmen aus Winnenden (Baden-Württemberg) auf der Vorderseite der Schalke-Trikots zu sehen war.

Zur Spielzeit 1997/1998 folgte die Partnerschaft mit der Brauerei VELTINS, welche bis heute Bestand hat (wenn auch nicht mehr als Trikotsponsor). Nach tollen internationalen Auftritten und Platz 5 in der ersten Saison mit VELTINS auf der Brust sollte es etwas dauern, bis man in der Saison 2000/2001 zu neuen Höhenflügen ansetzte und nach einem dramatischen Bundesliga-Finale und der Vizemeisterschaft letztendlich den DFB-Pokal mit einem phänomenalen Auftritt von Jörg Böhme im Finale gegen Union Berlin gewinnen konnte.

Nach dem Pokal-Triumph im Mai 2001 folgten die Victoria Versicherungen als neuer Haupt- und Trikotsponsor bei den Knappen. Es sollte eine erfolgreiche Partnerschaft werden. Direkt im ersten Jahr wurde erneut der DFB Pokal gewonnen, man konnte sich in den folgenden Jahren stets für den Europapokal qualifizieren und kam im Jahr 2006 zudem bis in das Halbfinale des UEFA Pokals.
Seit Januar 2007 ist nun das russische Energie-Unternehmen GAZPROM der Trikot- und Hauptsponsor des FC Schalke 04. Eine weitere Erfolgsgeschichte, welche noch lange nicht zu Ende ist...

Mehr über Julian Zenglein und seine Leidenschaft erfahrt ihr unter dem Reiter "Trikotmuseen".
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